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Der BRK-Kreisverband Altötting

Der BRK-Kreisverband Altötting ist Teil des Bayerischen und des Deutschen Roten Kreuzes. Wir stehen in der Tradition der internationalen Rotkreuzbewegung, die auf Henry Dunant (1828-1910) zurückgeht.

Foto: Portrait von Henry Dunant - Gründer des Roten Kreuzes
Henry Dunant

Der Schweizer Kaufmann erlebte in der Schlacht von Solferino 1859 das Leid der zahllosen unversorgten Verwundeten auf dem Schlachtfeld und organisierte spontan Hilfe durch Bewohner der umliegenden Dörfer. Tief beeindruckt warb er in den Folgejahren für internationale Vereinbarungen zum Schutz Kranker und Verwundeter im Kriegsfall und für Vereinigungen von Freiwilligen zur medizinischen Hilfe. 1864 trafen sich erstmals Vertreter mehrerer Staaten in Dunants Heimatstadt Genf und vereinbarten die Genfer Konvention, die diese Anliegen im Sinne Dunants regelte. Ihr folgten in den nächsten Jahrzehnten weitere Konventionen, die als grundlegendes Völkerrecht Gemeingut der Weltgemeinschaft wurden.

Als Garant für die Konventionen und international tätige unabhängige humanitäre Autorität wirkt seither das Internationale Komitee vom Roten Kreuz mit Sitz in Genf. Das Rote Kreuz, der Rote Halbmond und der Rote Kristall, sind Kenn- und Schutzzeichen von IKRK und den nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften. 

In Deutschland bildeten sich schon bald nach der Genfer Konferenz erste „Frauenvereine zur Pflege verwundeter Krieger“, aus denen sich die heutigen Rotkreuzgemeinschaften entwickelten. 1921 wurde das DRK als Dachorganisation der Landesverbände gegründet. 1933-45 vom NS-Regime gleichgeschaltet, formierte sich das DRK nach dem Zweiten Weltkrieg erneut als unabhängige Organisation mit heute über viereinhalb Millionen Mitgliedern.

Der Rechenschaftsbericht des Zweigvereins Neuötting des Bayerischen Frauenvereins von 1881.

Im Landkreis Altötting waren es wie auch in vielen anderen Orten zunächst die Frauen, die sich im Zeichen des Roten Kreuzes zu Unterstützungsvereinen für kranke und verwundete Krieger zusammenschlossen. Am 10. Mai 1880 entstand in Burghausen ein Zweigverein der bayerischen Frauenvereinigung des Roten Kreuzes, ein Jahr später folgte Neuötting. Hauptaufgaben dieser frühen Vereinigungen waren die Krankenpflege und die Sammlung von Hilfsgütern für Bedürftige.

Am 23. April 1893 wurde in Neuötting die freiwillige Sanitätskolonne Alt- und Neuötting gegründet, die anfangs 28 Mitglieder zählte. Ab 1895 arbeiteten die Sanitätskolonnen Altötting und Neuötting unabhängig voneinander. 1910 wurde auch in Burghausen eine Rotkreuz-Kolonne gegründet. 

Im Ersten Weltkrieg arbeiteten Ärzte, Sanitäter und Schwestern an der Front und in den zahlreichen Lazaretten in der Heimat für die Verwundeten und Kranken, die zunehmende Not von Armen und Kriegswaisen brachte weitere Aufgaben für die Männer und Frauen des Roten Kreuzes. Der Weltkrieg zeigte endgültig, dass sich das Rote Kreuz als internationale humanitäre Bewegung bewährt hatte und sein Zeichen von allen Kriegsparteien respektiert wurde. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde allerdings dann 1937 auch das Deutsche Rote Kreuz gleichgeschaltet und verlor seine Eigenschaft als eigenständige Organisation.

Wenige Wochen nach Kriegsende initiierte die amerikanische Militärregierung den Neuaufbau des Bayerischen Roten Kreuzes, das im Landkreis Altötting zunächst stark von der Betreuung der Flüchtlinge, „Displaced Persons“ (Naziopfer und Versprengte des Krieges) und Kriegsversehrten beansprucht wurde. Die medizinischen und sanitären Herausforderungen waren besonders in den zahlreichen Ausländerlagern mit Fremd- und Zwangsarbeitern sehr groß. Wenig später forderten die Typhusepidemien in Neuötting (1946 und 1948) erneut alle Kräfte des BRK. Rund 300 Angehörige des Roten Kreuzes, viele auch aus anderen Regionen Bayerns, versorgten die Seuchenopfer. Zwei junge Rotkreuzschwestern, Maria Lerchl und Gabriele Fries, starben beim Typhuseinsatz.

Seit damals hat sich der Kreisverband Altötting zu einem der größten und aktivsten im BRK entwickelt. Die rund 800 hauptamtlichen und über 3.200 ehrenamtlichen Mitarbeiter, unterstützt von rund 10.000 Fördermitgliedern, sind in einem breiten Spektrum tätig: Von der Ersten-Hilfe-Ausbildung über den Rettungsdienst, vielen sozialen Diensten und Einrichtungen, bis hin zum Naturschutz und der Krisenintervention für Opfer, Helfer und Angehörige.